Man versteht, dass man wertvolle Arbeit leistet

Brandl 1202016 entpuppte sich als das Rekordjahr für den Zivildienst. Ganze 15.224 junge Männer waren im vergangenen Jahr im Einsatz für die gute Sache, meist bei gemeinnützigen Organisationen. Im Vergleich dazu waren vor einem Jahrzehnt rund 3.500 im Dienst. Auch im Klinikum Wels‐Grieskirchen können Zivildiener wertvolle Arbeit leisten.

Einer der 15 Zivildiener am Klinikum Wels‐Grieskirchen ist Andreas Brandl. Er ist seit Jänner im Hol- und Bringdienst auf der Unfallstation tätig. „Ich wollte unbedingt aktiv etwas für die Menschen tun, am liebsten im Klinikum oder bei der Rettung“, erklärt der 24‐Jährige seine Ambitionen zur Wahl des Einsatzortes als Zivildiener. „Nach der Stellung habe ich mit meiner Zivildiensterklärung bekannt gegeben, dass ich die Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht erfüllen kann. Dann hatte ich die Möglichkeit, mich für Stellen in sozialen Einrichtungen, wie zum Beispiel im Altendienst oder der Behinderten‐ oder Flüchtlingsbetreuung der Caritas, aber auch in Krankenhäusern, bei der Feuerwehr oder in der Justizanstalt zu bewerben.“

Zivildiener sind wichtig

Nach Abschluss seiner Ausbildung fiel der Startschuss für Brandls Dienst im Klinikum: Er übernimmt zum Beispiel Patientenfahrten in den OP oder zum CT, Bluttransporte oder Wege in die Klinikum‐Apotheke. „Am Anfang ist es schon stark, zu Beginn hatte ich wirklich einen Muskelkater vom dauernden Auf‐ und Abgehen – das spürt man schon.“ Der sportliche Aspekt der Tätigkeit ist also nicht zu vernachlässigen. „Seit ich hier im Haus aktiv bin, habe ich etwas abgenommen“, lächelt er. Aber auch in anderer Hinsicht ist sein Job als Zivildiener fordernd: „Auf der Unfallstation sehen wir viel Schwerverletzte, manchmal offene Brüche oder ähnliches.“ Man muss schon etwas aushalten können. „Eigentlich bin ich gelernter IT‐Techniker, aber als Kind wollte ich Arzt werden, insofern passt das ganz gut für mich!“ Ansporn für den Zivildiener in seiner Arbeit ist: „Mit den Menschen in Kontakt treten zu können – mit ihnen zu reden, hilft ihnen manchmal schon!“ Dabei hat er schon viel gelernt: „Man versteht, dass man auch wichtig ist. Ein Patient, der lange stationär war, ist immer richtiggehend aufgeblüht, wenn ich ins Zimmer gekommen bin. Oder ein Patient, dem es wirklich sehr schlecht gegangen ist, hat mir täglich gezeigt, welche Fortschritte er schon macht.“

Wertvolle Bereicherung für das Klinikum

Nach dem Zivildienst  kehrt man in den eigentlichen Job zurück. „Aber um eine Erfahrung reicher!“, davon ist Andreas Brandl überzeugt. In seinem Fall in den Support als IT‐Techniker. „Da braucht man auch Geduld“, lacht er. Den Zivildienst würde er jedem empfehlen. „Zwar darf man nicht geschreckt sein, man muss die Schmerzen der Patienten aushalten können, stressresistent sein. Es gibt ja nicht nur geplante Aufnahmen, in der Früh ist die Station manchmal fast leer, am Nachmittag dann voll. Aber die Arbeit ist eine wertvolle Erfahrung für das Leben. Die Atmosphäre auf der Station ist sehr familiär, ich erfahre dort viel Rückhalt und Sympathie.“ Die Jugendlichen erhalten durch ihre Tätigkeit einen Einblick in den und eine Vorstellung vom Arbeitsalltag im Klinikum. Regelmäßig treffen einige von ihnen im Anschluss an den Zivildienst die Entscheidung, einen Beruf im Gesundheitsbereich zu ergreifen. Für das Klinikum Wels‐Grieskirchen sind die Zivildiener eine große Unterstützung in der Patientenversorgung, besonders im Hol‐ und Bringdienst. Zudem stellt ihr jugendlicher Charme eine Bereicherung für die Patienten und der Pflegeteams auf den Stationen dar.

Wie kann ich Zivildiener am Klinikum Wels‐Grieskirchen werden?

Alle Fragen rund um den Zivildienst können über die Zivildienstserviceagentur im Internet unter www.bmi.gv.at/cms/zivildienst/nachgelesen werden. Interessenten finden alle wichtigen Informationen für eine Bewerbung als Zivildiener im Klinikum Wels‐Grieskirchen auf www.klinikum‐wegr.at, unter Ausbildung und Karriere, Zivildienst.

Bild Teaser: Andreas Brandl ist einer der 15 Zivildiener am Klinikum Wels‐Grieskirchen. © Klinikum Wels-Grieskirchen