Sr. Franziska Bruckner: Ordensfrauen müssen stärker wahrgenommen werden

20170824 sr bruckner 120In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" appelliert Sr. Franziska Bruckner, Generaloberin der Gemeinschaft der Franziskanerinnen Amstetten und Stellvertretende Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, daran, "dass wir als Ordensfrauen stärker wahrgenommen werden". Es sei hilfreich, wenn das geweihte Leben in seinen vielfältigen Formen in der Ausbildung von Priestern, Diakonen bzw. bei den Laientheologen intensiver behandelt wird und Möglichkeiten zur Begegnung geschaffen werden.

Es sei für sie selbst persönlich "kein Problem", keine Eucharistiefeier leiten zu dürfen. Dennoch kenne sie genug Ordensfrauen, die unter diesem Verbot leiden würden. "Ich habe da zum Beispiel von Papst Franziskus zum Jahr der Barmherzigkeit ein Buch gelesen, da beschreibt er u. a., wie schön es ist, wenn er in der Beichte als Priester die Lossprechung zusagen darf", erzählt Sr. Franziska im Interview. "Und da habe ich in mir die Frage gespürt: Warum darf einer Frau solch eine tiefe Erfahrung nicht geschenkt sein?" Und weiter: "Für mich hat das viel mit Wertschätzung zu tun."

"Tiefe Ehrfurcht und großer Respekt" seien in der Gesellschaft in vielen Fragen des Umgangs miteinander nötig, so die Ordensfrau. In einer globalisierten Welt, in der viele an den Rand gedrängt seien, sei dafür ein Ringen und Suchen nach einem wertschätzenden Umgang mit dem menschlichen Leben in seiner ganzen Fülle nötig. Weiters gehe es auch um die Bewahrung der Schöpfung, "dass wir gut und lebensgerecht mit allen Menschen und mit der Natur umgehen".

Ein großes Thema sei auch die Tatsache, dass sich immer weniger Frauen dazu entschließen können, in einen Orden einzutreten. Sr. Franziska: "Natürlich ist eine gewisse Sorge da, weil ich nicht in die Zukunft schauen kann und nicht weiß, ob sich das einmal ändern wird." Im 19. Jahrhundert wurden viele Frauengemeinschaft die Antwort auf gesellschaftliche und soziale Nöte. Jetzt befinde man sich "auf dem Rückweg zum Normalfall".

Ihres Erachtens nach müsse der Blick in zwei Richtungen gehen. "Es geht zum einen um die Apostolate, die sich in konkreten Werken zeigen und es geht um die Menschen in den Gemeinschaften. Wir – da schließe ich uns ganz konkret mit ein – sind herausgefordert die Realität des Alterns und des Kleinerwerdens zu akzeptieren. Wir schauen dankbar auf das, was uns geschenkt wurde, und auf das, was wir im Heute mit den Menschen teilen dürfen", so die Ordensfrau im Interview.

Das ganze Interview zum Nachlesen

[rs]

 

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